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Der Blick durchs Fenster Irritierende Arbeiten von Peter Valentiner in der Galerie Meyer


1995-11-30 Der Blick durchs Fenster
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Blicke durch Fenster, Einblicke, Ausblicke, Entdeckungsreisen für das Auge, spannend, überraschend. Zu einer Entdeckungsreise für Auge und Phantasie lädt auch Peter Valentiner ein, dessen großformatige Arbeiten jetzt in der Galerie Marianne Meyer gezeigt werden.


Peter Valentiner, Franzose dänischer Abstammung, der seit 1980 abwechselnd. in Berlin, Köln und Paris lebt und arbeitet, entführt den Betrachter nicht nur in Bildwelten, sondern immer wieder auch in Bild-Räume: Mit wenigen Grundformen schafft er eine Räumlichkeit, die den Betrachter zunächst irritiert, dann aber immer mehr zum erkundenden Sehen einlädt. Valentiner, ein Meister des Simultaneffekts, legt bis zu fünf Farbschichten übereinander; Segmente jeder einzelnen Schicht werden überdeckt und abgeklebt, dann wird eine neue Farbschicht aufgetragen, neue Bildeinheiten werden wiederum überklebt und übermalt. Zum Schluß werden alle Flächen wieder freigelegt - Valentiner spricht von „Decollage" im Gegensatz zur „Collage" - und zwischen den einzelnen Farbflächen entstehen „Fensterchen", die den Blick in die Tiefe des Bildes lenken können oder ihn aus der Tiefe des Raumes an die Oberfläche holen.


Was Valentiner im Bildtitel relativ sachlich mit „Formsystem, Bänder" formuliert, offenbart dem Betrachter eine Welt, die irgendwo zwischen Klingsors Zaubergarten und Raumschiff Enterprise angesiedelt ist, Assoziationen jeglicher Art zuläßt. Seine Kompositionen scheinen den Bildrand zu sprengen, sie bewegen sich irrlichternd in den Raum hinein, drehen sich um die eigene Achse, fließen auf den Betrachter zu, ziehen ihn in einen Sog.


Das Schauen wird zum sinnlichen Akt, zum Erlebnis - ganz den Intentionen des Künstlers entsprechend: ,,Durch Komposition und das Zusammenspiel einfacher Farben lade ich den Betrachter ein, über sein gefühlsmäßiges Verhältnis zu Raum und Farbe nachzudenken. Durch die Beziehung Raum-Licht wird ein Werk geschaffen, in dem sich eine Welt ausdrückt, die des Gleichgewichts, der Spannung und der Tiefe, ohne daß man genau weiß, wodurch dieses Gefühl hervorgerufen wird. Aus dieser Ambivalenz, die den Betrachter in einen Zustand der Verwirrung versetzt, entsteht eine Neugierde, die den Prozeß der Auseinandersetzung initiiert. „(Das Zitat ist dem zur Ausstellung aufliegenden Katalog entnommen.)


Wer neugierig geworden ist auf die Bild-Räume von Peter Valentiner, hat zum Schauen und Erleben in der Galerie Marianne Meyer bis zum 15. Dezember Gelegenheit; geöffnet Dienstag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon: 4 39 25).


Claudia Savelsberg

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