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Umgebung


1969-05-18 Environs la voix du peupl de tours
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Wie geht man an eine Ausstellung "moderner" Kunst heran, wie sie derzeit in der Stadtbibliothek zu sehen ist?


Zunächst muss man zugeben, dass sie nur diejenigen überraschen wird, die nichts über moderne Kunst wissen. Vor zehn Jahren hatte zum Beispiel in Lausanne eine internationale Ausstellung die Aufmerksamkeit auf die seltsamsten Formen der zeitgenössischen Kunst gelenkt. Hier findet man interessante Proben dieser vielfältigen Formen zusammengestellt.


Man könnte nach Lust und Laune diese oder jene Form, dieses oder jenes Experiment hervorheben. Man könnte sich über die "erstaunlichen" Objekte von Van Holthe oder Chenue wundern, wenn das Museum für Moderne Kunst sie bereits in Konserven aufbewahrt hat. Näher an der Aktualität scheinen uns die politischen Maler von Ramon Lemerre oder Valentiner zu sein. Die politische Intrusion erfolgt durch das "sprechende" Bild, das an die wunderbaren Plakate der Sowjetrevolution erinnert, wenn der Künstler sich direkt an das Ereignis halten will. Hier ist Ramons "Postkarte" eine Denunziation in der rationalen Reinheit der griechischen Gebäude.


Aber vielleicht ist es interessanter, Hoaxes ernst zu nehmen, denn auch wenn sie jede Kunstform verneinen, sind sie in Wirklichkeit sehr bedeutsam.


Le Bouil hängt uns ein Seil als Kunstobjekt auf, man klebt uns einen Schmetterling an die Scheibe und fordert uns auf, die Boote, die Bäume und das Wasser zu betrachten.


Natürlich ist das der Hoax, aber er geht weit, denn er zwingt uns dazu, die Bedeutung des Kunstwerks, des Kunstwerks, an seiner Wurzel wieder aufzunehmen. Tut das nicht jeder von uns, wenn er einen Stein oder einen Ast aufhebt und ihn auf einen Tisch oder einen Kamin legt, oder wenn er eine Stadt oder eine Landschaft betrachtet. Die Wurzel der künstlerischen Tätigkeit ist die Produktion eines bestimmten Blicks, eines bestimmten Objekts.


Das bedeutet aber auch, dass die Kunst in ihrer Tiefe an das Herz eines jeden von uns gebunden ist, dass die Kunst grundsätzlich "volkstümlich" ist.) Und dass man, wenn es ein Problem mit der Kunst, mit der Scheidung gibt, die sozialen Formen hinterfragen muss. Das Problem der Kunst ist in erster Linie ein politisches Problem.


Abschließend noch eine letzte Bemerkung. Wir müssen feststellen, dass die in der Renaissance entstandene bürgerliche Kunst mit der Krise der bürgerlichen Gesellschaft endet. Sie ist eine historische Form wie die griechische Kunst, oder die Negerkunst, oder die Kunst des Mittelalters.


Die Stimme des Volkes von Tours

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